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Von mir hört man oft den Satz: Lieber keine Welpengruppe als eine Schlechte! Und das ist auch wirklich so gemeint. Viele denken: „Hauptsache, mein Welpe hat Kontakt zu anderen Hunden.“ Das ist ein großer Irrtum.
In schlechten Welpengruppen passiert oft: Zu viele Hunde, keine Struktur, Dauerstress statt Lernen.

Dein Welpe lernt dort nicht Sozialverhalten, sondern Überforderung, Unsicherheit oder sogar Angst. Die regeln das unter sich“?

Nein, denn das können sie oft noch gar nicht.Die sozialen Kompetenzen müssen erst erlernt werden und es hilft niemandem, wenn der kleine Malteser andauernd vom Labrador überrannt wird. Mir stellt sich immer folgende Frage: Was lernt der Hund dabei? Hunde sind immer Party, große Hunde machen mir Angst.

Gute Welpengruppen sind: Klein & übersichtlich, gut angeleitet, strukturiert, mit Ruhephasen und individuell angepasst. Dein Welpe muss nicht „alles kennenlernen“, er muss sich sicher bei dir fühlen.

👉 Wenige, passende Kontakte sind wertvoller als wildes Gruppentreiben. Wähle bewusst! Dein Hund wird es dir danken!

Ich beobachte einen Trend, der mir Sorgen macht: Immer mehr ältere Menschen entscheiden sich für einen Welpen oder Junghund – meist in bester Absicht, aber nicht immer realistisch. Alter allein ist kein Ausschlusskriterium für einen Hund.

Welpen und Junghunde sind kein „ruhiger Einstieg“.
Ein Welpe ist kein fertiger Hund, sondern ein intensives Projekt. Er fordert Zeit, Energie, Geduld und körperliche Belastbarkeit – selbst für junge, fitte Menschen.
Körperliche Anforderungen werden oft unterschätzt. Im Training sehe ich immer wieder: starke Reaktionen auf Umweltreize, schnelles Handeln ist nötig, Ziehen an der Leine → Sturzgefahr für Mensch und Hund.

Training braucht Konsequenz und gutes Timing, klare Körpersprache, schnelle Reaktionen, Energie und vor allem Zeit im Alltag.

Die bessere Alternative: Oft passt ein ruhiger, erwachsener oder älterer Hund viel besser: Charakter und Bedürfnisse sind bekannt, geringerer Bewegungsdrang, häufig bereits erzogen und dankbar für Nähe und Stabilität.

Mein Appell:
Ein Hund soll das Leben bereichern – nicht überfordern.
Bitte entscheidet euch mit Bedacht, lasst euch beraten und schaut ehrlich auf euren Alltag, eure Gesundheit und eure Kräfte.

Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung.
Für euch. Und vor allem für den Hund. 

Meine Antwort ist klar: Weil echte Sozialkompetenz mehr braucht als gleiche Schulterhöhe.
Mir ist es wichtig, dass Hunde lernen, mit unterschiedlichsten Artgenossen umzugehen. Genau darauf bereite ich sie vor – achtsam, strukturiert und professionell begleitet.

Freier Kontakt bedeutet bei mir übrigens nicht unkontrolliertes Durcheinander - weder in den Welpen- noch in den Sozialkontaktstunden. Ganz im Gegenteil: Die Hunde werden bewusst und gezielt zusammengeführt. Nicht alle sind gleichzeitig „dran“. Diejenigen, die warten, lernen eine unglaublich wichtige Fähigkeit: Frustrationstoleranz. Ruhe bewahren. Aushalten. Zuschauen können.

Und die Hunde im Kontakt? Große Hunde dürfen lernen, sich zurückzunehmen. Vorsichtig zu sein. Ihre Kraft zu regulieren. Kleine Hunde dürfen erfahren, dass Größe nicht automatisch Bedrohung bedeutet. Sie gewinnen Sicherheit durch positive, gut moderierte Begegnungen.
Denn: Größe sagt nichts über Temperament, Spielstil oder Sozialverhalten aus.
Sozialkompetenz entsteht durch vielfältige Begegnungen – nicht durch „Gleichgröße“.
Hunde kommunizieren über Körpersprache, nicht über Zentimeter. Im Alltag treffen Hunde aller Größen aufeinander – Training sollte genau das widerspiegeln.
Eine strikte Trennung nach Größe kann Unsicherheiten sogar verstärken („Die Großen sind gefährlich“). In meinen Gruppen orientiere ich mich an Energielevel, Trainingsstand und Persönlichkeit – nicht an der Schulterhöhe. Am Ende entscheidet nicht die Körpergröße der Hunde über Harmonie und Sicherheit, sondern das verantwortungsvolle Management durch die Trainerin.

Hundespielwiesen stellen kein geeignetes Mittel zur Förderung sozialer Kompetenzen dar. Viele Menschen halten Hundespielwiesen für sinnvoll, weil sie auf den ersten Blick mehrere naheliegende Bedürfnisse eines Hundes gleichzeitig zu erfüllen scheinen: Hunde brauchen andere Hunde, Sichtbare Auslastung, Menschlicher Vergleich, Bequemlichkeit und Alltagstauglichkeit, Hunde müssen spielen, Eigener sozialer Austausch.

Die Idee dahinter ist oft gut gemeint. Bewegung, Sozialkontakte und Spass. Problematisch wird es, wenn nicht berücksichtigt wird, wie individuell Hunde sind und das unkontrollierte Gruppensituationen schnell zu Überforderung führen können.Für adulte Hunde macht es ebenfalls wenig Sinn mit Fremdhunden wirklich ausgelassen zu spielen. Erwachsene Hunde „brauchen“ keine wechselnden Spielkontakte mit fremden Hunden. Wichtiger sind stabile, sichere Beziehungen und kontrollierte Begegnungen.

Hunde, die zuvor ein freundliches Verhalten zeigten, entwickeln mitunter plötzlich leinenaggressives Verhalten. Unsichere Hunde werden häufig zusätzlich verunsichert und allein gelassen. Konfliktverhalten wie Mobbing, Überrennen, unangemessene Dominanzgesten oder sogar Beissereien werden dabei nicht selten bagatellisiert und als „die klären das unter sich“ interpretiert.

Moderierte Sozialgruppen in Hundeschulen sind deutlich sinnvoller als unkontrollierte Begegnungen, weil sie gezielt auf die sozialen Bedürfnisse und Grenzen von Hunden eingehen – statt sie dem Zufall zu überlassen.